Gerda Müller und Pongo Zimmermann:
Augenblicke, Ideen, Leidenschaften und Löcher im Raum-Zeit-Kontinuum.

Gestern Nachmittag im Kabinett des Dr. Parnassus

Das kleine Wandertheater des Dr. Parnassus hat seine besten Jahre hinter sich. Schon lange interessieren sich die Menschen nicht mehr für seine Künste und ignorieren die Versuche des jungen Anton, Zuschauer am Theaterwagen zu halten. Dabei bietet das Kabinett eine Besonderheit: Einen Spiegel, der beim Durchtreten die Fantasiewelt des jeweiligen Menschen abbildet.

Die Welt hinter dem Spiegel stellt den Hineingetretenen am Ende immer vor die Wahl vor seinem grössten Laster und der Alternative, dem Laster zu entsagen. Die, die aus eigenem Willen dem Laster entsagen, werden gerettet und kehren in die Realität zurück – hier hat Dr. Parnassus gewonnen. Die, die dem Laster zusagen, sterben und werden dem Teufel zugesprochen. Der taucht als Tom Waits in Form des schwarzgekleideten, rauchenden Mr. Nick auf.

«The Imaginarum of Doctor Parnassus» von Terry Gilliam ist ein Film mit zu vielen Einfällen, als dass sie alle unter Kontrolle gehalten werden können, doch ist er aus einer Leidenschaft und Entschlossenheit heraus entstanden, die unglaublich ansteckend wirkt. Obwohl ich ein grosser Fan von Terry Gilliam bin, fehlten mir im Film die Momente, in denen man einfach frei imaginieren konnte.

Kommentar hinzufügen