Gerda Müller und Pongo Zimmermann:
Augenblicke, Ideen, Leidenschaften und Löcher im Raum-Zeit-Kontinuum.

Peter Zadek und die Perfektion

Der kürzlich verstorbene Theaterregisseur Peter Zadek hatte eine eigenwillige Arbeitsweise:

Das vermeintlich Schöne, Reine und Ausgewogene hat er verabscheut. Die Schludrigkeit hat er der makellosen Komposition stets vorgezogen – sofern die Schluderigkeit von hoher Qualität war. Er floh, wenn man ihn auf einen Stil festlegen wollte. Er lachte, wenn man ihm eine Handschrift andichten wollte. Ja, er bekam Atemnot, wenn in seiner Nähe Perfektion drohte.

Was heisst das für mich? Er wollte wohl dem Betrachter immer sogenanntes "Wurmloch" offen lassen und ihn damit anziehen und anlocken. Ihm eine Möglichkeit geben in eine andere Welt einzutauchen. Das Perfekte hält ja alles eher auf Distanz. Es ist eher etwas Starres, Totes.

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