Augenblicke, Ideen, Leidenschaften und Löcher im Raum-Zeit-Kontinuum.

Ai-Weiwei in Lausanne

Ai-Weiwei 2 Säle total gestaltet im alten Palais de Rumine des Musée cantonal des Beaux-Arts. Es ist damit die letzte Ausstellung im alten Museum, es entsteht ein Neubau. Weiter haben sich in allen Sammlungen des archäologischen, geologischen und zoologischen Musuems seine Werke eingeschlichen. Sie passen sehr gut ins ungewohnte Umfeld. Ai-Weiweis vielseitiges Interesse an chinesischen Kulturen, sein politisches Engagement wird so noch bewusster sichtbar. A Weiwei sieht sich selber weniger als Künstler – sondern als einer der mit Problemen umgeht. Er hat sich präzise und diskret Platz geschaffen in den alten Vitrinen und der neue Kontext es hat mich auch neugierig auf die Sammlungen gemacht.
 Ausstellung vom 22. September 2017 bis 28. Januar 2018, Musée cantonal des Beaux-Arts dei Lausanne, Place de la Ripone

Alle Jahre wieder Fred van der Kooij

Dieses Jahr mit dem Filmthema Fellini, an dem er viele Haare in den Filmen findet. Er nörgelt, witzelt, schwadroniert gescheit, lustig, launig und das macht es interessant. Dazwischen gibt es auch gnädiges Lob zu den Arbeiten des Maestros, das muss ich doch noch sagen.
Gestern hat er in seinem Vortrag mindestends 300 mal das Wort "sozusagen" untergebracht. Ein unglaublich vielseitig brauchbares  Zwischenwort. Aber sicher angenehmer als das oft gehörte "ähh". Manchmal hatte es sozusagen mehr "sozusagen" als andere Wörter in seinen Sätzen. Das macht ihm niemand so schnell nach.  
Noch 2 x im Filmpodium Zürich, immer mittwochs 18.30 Uhr.

Ahorn in reinem Magenta

So schön hat meine Gast-Pflanze noch nie geleuchtet. Der Bonsai-Ahorn von meiner Nachbarin ist jeden Herbst, während ihre Besitzerin nach Japan reist, bei mir zu Besuch. In der warmen Herbstsonne leuchteten seine kleinen Blätter in 100% Magenta.  

 

Schräges Schaufenster

Auf meiner Reise durch Deutschland bin ich an einigen schrägen, vor sich hinmodernden, angenehm verwahrlosten Fenstern vorbeigekommen. Eigentlich fallen diese Schaufenster mir mehr auf wie die durchgestylten. Sie haben eigenwilligen Charakter. Ich stehe davor und reime mir Geschichten zusammen. Dieses Fenster ist nicht in Holland,  es ist mitten in der Altstadt in Bamberg. Der Ladenbesitzer heisst Johann Holland und hatte 1967 sein 100-jähriges Jubiläum. Das bedeutet er oder seine Nachkommen haben akutell das 150igste Jubiläum. Er ist aber beim 100sten stehengeblieben, was bedeuten schon 50 Jahre mehr! Jedenfalls ist es ein schöner Schriftzug in Metall, schräg auf dem ausgebleichten Speerholz platziert. 

Überraschendes Glück am Abend

Nach einem verpatzten Rendez-vous bin ich am Abend bei der Schiffhaltestelle Landesmuseum für Stadtrundfahrten vorbeigelaufen. Das Schiff stand da, leer und bereit in 2 Minuten zu starten. Die Kurve ins Schiff war spontan. So hatte ich noch eine vergnügliche Stunde auf dem Wasser in Begleitung von Kapitän und Matrose. Das erste Mal nach all den Jahren in Zürich habe ich das geschafft.

Die Karwoche : verhüllte Kreuze und die Farbe Violett

Ein katholischer Karwochen-Brauch ist das verhüllen der Kreuze mit violettem Stoff. Das Bild gefällt mir. Den Gekreuzigten anzuschauen  finde ich immer wieder brutal und verstehe die  die Opferung des eigenen Sohnes nicht.Die Karwoche ist voller Rituale undn bereitet damit die Ostern vor. Eine grandiose Inszenierung.

Frühling an der Bertastrasse in Zürich 4

Es flirrt und leuchtet täglich mehr in den rosablühenden Bäumen links und rechts an der Bertastrasse. Ein kurzer, leuchtender Frühlingsrausch –  jedes Jahr ein einmaliger Moment.

Veit Heinichen liest in Lenzburg

Der Krimiautor mit dem Tatort Triest und Umgebung, dem Protagonisten Commissario Proteo Laurenti  liest aus seinem neuen Buch. Seine Frau kocht im Scabar in Triest und ihr gemeinsames Buch Stadt der Winde mit vielen literarischen Bezügen und kulinarischen Tipps rund um die Stadt Triest ist sehr lesenswert. Triest, immer noch ein Tor zum Osten, für die Habsburger früher der einzige Meeranstoss, hat eine spannende Geschichte.
Bild: Tapete im Literaturhaus Lenzburg.